Urlaub und Haustiere


03 Juli 2017 | Hund | Katze | Nagetiere | Vögel | Tierisch gemischt

Der Sommer ist da und damit auch die Urlaubszeit. Für viele Tierbesitzer gibt es gar keine Diskussion: Der Hund kommt mit in den Urlaub. Oder ist es für „Bello“ vielleicht doch besser, ihn in einer Hundepension unterzubringen? Soll ich meine Katze mitnehmen oder von der Nachbarin beaufsichtigen lassen? Und was mache ich mit Kleintieren wie Hamster, Frettchen und Co? Auf all diese Fragen hat die grinzoo-Blogredaktion eine Antwort gesucht.

Hundepension oder mit auf Reise?
Luna ist ein treuer Familienhund. Der schwarze Vierbeiner ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Vor einem Jahr haben sich seine Besitzer entschieden, die Hundedame nicht mehr in den Urlaub mitzunehmen. „Es ist zu strapaziös für den fast 14-jährigen Labrador. Die lange Autofahrt, die Hitze und das Wandern wären eine Belastung für den Hund“, so die Besitzerin. Nachdem nach längerer Begutachtung einzelner Pensionen endlich eine passende Hundepension gefunden wurde, besuchten Luna und ihr Frauchen diese einige Male zum Kennenlernen. Schließlich soll der Hund bereits vorab eine gute Bindung zur neuen Betreuungsperson aufbauen, damit die Übergabe stressfrei erfolgen kann. „Als ich Luna am Tag vor unserem Urlaubsantritt in die Hundepension gebracht habe, fiel mir selbst der Abschied viel schwerer als Luna. Und das obwohl ich sie in besten Händen weiß und sie sich in der Hundepension sehr wohl fühlt“, erinnert sich die Hundebesitzerin.

Eine andere Alternative der Hundebetreuung während der Urlaubszeit ist eine Betreuungsperson aus dem familiären Umfeld oder Bekanntenkreis. Auch eine Vernetzung innerhalb der grinzoo-Community kann dabei helfen, um in der nahen Umgebung Tierfreunde kennenzulernen, die eine Urlaubsbetreuung übernehmen können. Die ausgewählte Person sollte den Hund bereits vor der Urlaubszeit testweise zu sich nehmen und genau eingeschult werden, was die individuellen Gewohnheiten wie Fütterung, Spaziergang oder Medikamenteneingabe betreffen. Auch soll die Nummer des Tierarztes für den Notfall griffbereit sein.

Generell sind Hunde Rudeltiere. Sie sind daher viel lieber mit ihren Besitzern unterwegs, als in einer Hundepension oder bei einer Betreuungsperson untergebracht. Dennoch ist eine Reise für Hunde eine Belastung, wie Tierärztin Dr. Eva Rechberger betont: „Gerade brachyzephale, also kurzköpfige Rassen wie der Mops oder die französische Bulldogge sind extrem hitzeempfindlich. Daher sind Strandaufenthalte im Süden für diese Tiere nicht empfehlenswert. Auch die lange Autofahrt ist für die Tiere – trotz Klimaanlage – eine enorme Belastung, da durch die Sonneneinstrahlung die Temperatur im Auto drastisch steigt.“

Viele Hundestrände erlauben zwar die Mitnahme des Hundes in eigenen Bereichen des Strandes. Das heißt aber nicht, dass die Hunde auch ins Wasser zur Abkühlung mitgenommen werden dürfen. Wenn eine Flugreise geplant ist, ist es ohnehin besser, das Tier in guter Betreuung zu Hause zu lassen.

Katze, Frettchen, Hamster & Co
Hasen, Frettchen, Meerschweinchen, Vögel aber auch Katzen sind in ihrer eigenen Umgebung besser aufgehoben als am Urlaubsort, da der Ortswechsel mit großem Stress für die Tiere verbunden ist. „Wenn die genannten Tiere mindestens zu zweit gehalten werden, ist gegen eine längere Urlaubsreise nichts einzuwenden. Die Tiere sind in ihrer vertrauten Umgebung, was besonders bei Katzen sehr wichtig ist. Auch für Tiere in Käfighaltung ist es weniger stressig, in ihrem zu Hause betreut zu werden“, so die Empfehlung der Tierärztin.

Haustierbetreuung zuhause - zu beachten:
1. Gute Einschulung der Betreuungspersonen
2. Vorheriges Kennenlernen (besonders bei Frettchen und Katzen)
3. Frettchen und Katzen sind sehr wehrhaft. Die Betreuungsperson sollte sich daher im Umgang mit diesen Tieren sicher fühlen.
4. Gewohnheiten der Tiere an den Tiersitter weitergeben. Gerade Katzen belastet das Abweichen von gewohnten Ritualen.
5. Tiersitter soll auch genügend Zeit für Streichel- und Spieleinheiten sowie für die Körperpflege (Langhaarkatzen gehören täglich gebürstet) einplanen.
6. Eine Ersatzperson sollte für den Notfall zur Verfügung stehen (an Zweitschlüssel denken).
7. Ausreichend Futter und Utensilien wie Einstreu vorbereiten.
8. Wenn ein Tier regelmäßig Medikamente erhält, ist die Eingabe der Medikamente zu üben und sollte bereits einige Tage vor Urlaubsantritt von der Betreuungsperson übernommen werden.
9. Telefonnummer des Tierarztes für den Tiersitter notieren.

Mit dem Haustier in den Urlaub - wertvolle Tipps:
Wenn das Haustier mit in den Urlaub kommt, gilt es vorab abzuklären, ob das Haustier in der Unterkunft willkommen ist. Je nach Einreisebestimmung des jeweiligen Ziellandes ist ein EU-Heimtierausweis mitzuführen. Bezüglich Impfungen gibt Dr. Eva Rechberger Tipps mit auf die Reise: „Eine gültige Tollwutimpfung ist zwingend vorgeschrieben. Wenn das erste Mal gegen Tollwut geimpft wird, ist die Impfung erst 21 Tage nach dem Impfdatum gültig. Termingerechte Auffrischungsimpfungen der notwendigen Schutzimpfungen sollen bereits zwei bis drei Wochen vor dem Urlaubsantritt durchgeführt werden, um einen ausreichenden Impfschutz zu gewährleisten.“

Bei Reisen in den Süden ist die Herzwurmprophylaxe sehr wichtig.
Repellierende (Parasiten abwehrende) Halsbänder oder „Spot on“-Präparate bieten einen ausreichenden Schutz vor Zecken sowie Sand- und Kriebelmücken, die Überträger vieler Reisekrankheiten sind. Um Futterwechsel und damit einhergehende Durchfallerkrankungen zu vermeiden, empfiehlt es sich das eigene Futter mitzunehmen.

Reiseapotheke für Vierbeiner
Nicht zu vergessen ist eine gute Reiseapotheke für die Haustiere. Diese beinhaltet:

1. Verordnete Medikamente
2. Wundsalbe
3. Verbandmaterial
4. Schmerzmittel
5. Medikamente gegen akuten Durchfall. Diese sind vor allem für Hunde, die gerne ins Meer baden gehen, wichtig. Denn Salzwasser kann ab einer bestimmten Menge Erbrechen und Durchfall beim Hund verursachen.

„Am besten fragt man seinen Tierarzt. Dieser stellt sicher gerne eine individuell an die Bedürfnisse des Tieres angepasste Reiseapotheke zusammen“, rät die Tierärztin Dr. Eva Rechberger.


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Fotos: pixabay

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