Tierliebe – in die Wiege gelegt?


16 Oktober 2017 | Tierisch gemischt

Ich will ein Haustier und kann nichts dafür!

Viele Tierliebhaber sind buchstäblich süchtig nach ihren geliebten Haustieren. Das erste Tier der Tierart XY zieht ein und plötzlich sind es zwei, drei, vier… Die süßen Anzeigenbilder von abzugebenden Tieren sind scheinbar einfach viel zu verlockend und dann ist es womöglich noch ein Notfalltier, das gerettet werden will. Wer kann da schon nein sagen!? Beim Shoppen kreisen die Gedanken darum, welches leckere Futter eingekauft werden kann und welches Tierzubehör noch gebraucht werden könnte. „Du bist doch verrückt!“, sagen dir Familie, Freunde und Bekannte? Nein bist du nicht - du kannst überhaupt nichts für deine extreme Liebe zu Tieren! Wieso? Weil:

Persönlichkeit und Lebensstil beeinflussen Tierliebe

Die Theorien, wieso sich manche Menschen ein Leben ohne Haustiere nicht vorstellen können und andere keine Tiere mögen, sind divers. Einerseits kann das Tier Veränderungen im Menschen hervorrufen, andererseits kann auch die Persönlichkeit und der Lebensstil diese Gruppen trennen. Katzenliebhaber haben zum Beispiel eine andere Persönlichkeitsstruktur als Hundefans.

Studien in den Vereinigten Staaten und Großbritannien zeigten, dass kaukasische Familien häufiger Haustiere besitzen, als jene afroamerikanischen, hispanischen oder asiatischen Ursprungs.

Viele Studien haben außerdem bewiesen, dass Frauen eine engere Bindung zum Haustier eingehen als Männer. Ältere Kinder, Einzelkinder und Kinder von Alleinerziehenden hatten laut einer Studie eine stärkere Bindung zu ihrem Haushund als jüngere Kinder, Kinder mit Geschwistern und Kindern, welche mit beiden Elternteilen zusammenleben.

Tierliebe entscheidet sich in der Kindheit!

Ob ein Erwachsener Tierbesitzer wird oder nicht, entscheidet sich Großteils bereits im Kindesalter. In einer Studie mit 120 Erwachsenen zwischen 18 und 84 Jahren waren 46% bereits im Kindesalter Tierbesitzer, nur 20% der Studienteilnehmer, welche keinen Kontakt zu Tieren in ihrer Kindheit hatten, wurden Tierbesitzer. Darüber hinaus blieben 84% der Studienteilnehmer ihrer einstigen Tierart auch im Erwachsenenalter treu. Auch eine Langzeitstudie mit mehr als 14.000 Kindern bestätigte, dass die Kinder durch die Tierliebe der Mutter beeinflusst wurden. Nicht nur die Wahrscheinlichkeit des Tierbesitzes, sondern auch die Einstellung gegenüber Tieren stimmte mit denen der Mütter überein.

Tierbegegnungen verändern Kinder

Es geht sogar so weit, dass der Zeitpunkt des ersten Kontakts zu einem Tier die Bindung zu Haustieren beeinflusst. So zeigte sich etwa, dass Kinder, die früher Kontakt zu Hunden hatten, mehr Oxytocin (= Bindungshormon) bei Interaktionen mit Hunden ausschütteten. Die gemachten Erfahrungen mit Tieren scheinen also die physiologischen Abläufe in Bezug auf Haustiere grundlegend zu beeinflussen.

Die Gene sind schuld –Tiersucht wird vererbt!

In Anbetracht dieser Tatsachen ist eine Vererbung einer Zuneigung zu Tieren sehr plausibel. In einer großangelegten Zwillings-Studie wurde bei männlichen eineiigen und zweieiigen Zwillingen untersucht, wie häufig diese mit ihren Haustieren spielten. Die Ergebnisse zeigten, dass die eineiigen Zwillinge höhere Korrelationen als die zweieiigen Zwillinge auf die Häufigkeit des Haustierspiels hatten. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass genetische Faktoren eine Rolle bei der Art und Weise der Interaktionen mit Haustieren spielen.

Abschließend kann also gesagt werden, dass die Tierliebe von Menschen durch die gemachten Erfahrungen in der Kindheit geprägt werden und das Geschlecht und die jeweilige Persönlichkeit genauso beitragen, ob und welches Haustier bevorzugt wird. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass die Zuneigung zu Tieren vererbt wird. Niemand kann also etwas dafür, wie er für Tiere empfindet.

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