Tierisch cool durch die Sommerhitze


31 Juli 2017 | Tierisch gemischt
Tierisch cool durch die Sommerhitze
Die Hitze setzt nicht nur uns Menschen, sondern auch den Haustieren zu. Die meisten handeln instinktiv und ziehen sich zurück. So sucht Hund „Bello“ ein schattiges Plätzchen zum Verweilen. Katze „Lilly“ genießt die Sonnenstrahlen, aber gewiss nur mit Maß und Ziel. Mit wenigen Handgriffen können Hund, Katze, Nager und sogar dem Aquarium-Fisch die Sommerhitze erträglicher gemacht werden. Die grinzoo-Redaktion hat mit Veterinärmedizinerin Mag. Med. Vet. Michaela Kralka aus Leonding über die beste Versorgung unserer Lieblinge bei Hitze gesprochen. 
 
Hunde, Kaninchen sowie alte und kranke Tiere sind besonders hitzeempfindlich.
Unsere Haustiere müssen an heißen Tagen besonders geschont werden. Schattenplätze, ausreichend Flüssigkeit und kleinere Futtermengen lassen unsere Lieblinge die heißesten Tage des Jahres gut überstehen. Nicht nur Hunde, alle Haustiere mit Pelz und entsprechender Unterwolle sind besonders hitzeempfindlich. „Hunde und Kaninchen sind die empfindlichsten Tiere. Aber auch alte oder kranke Tiere sind bei Hitzewellen um einiges sensibler“, betont Tierärztin Kralka und rät: „Falls möglich, sollten an heißen Tagen alte oder kranke Tiere eher zuhause gelassen werden. Eine angenehm kühle Umgebung wäre am besten und man sollte nur ganz kurz und sehr gemütlich Gassi gehen.“
grinzoo-Tipp: Zwischendurch können immer wieder alle vier Pfoten in eine Wanne mit Wasser gestellt werden (kreislaufschonende Abkühlung).
 
Hot Dog
…hat in unserem Fall nichts mit Essen zu tun, sondern dem treuen Partner mit der kalten Schnauze. Bello ist äußerst hitzeempfindlich.
 
Hunde besitzen kaum Schweißdrüsen und haben damit nicht die Fähigkeit auf Hitze schnell zu reagieren. Die aufgenommene Wärme kann nämlich bei Hunden nur durch Hecheln und Schwitzen an den Pfotenballen wieder abgegeben werden. Das ist bei richtig heißen Temperaturen zu wenig. Bei Hunden mit extremer Unterwolle, wie zum Beispiel dem Spitz oder dem Elo, sollte man diese bereits vor dem Hochsommer rausbürsten (lassen), um das Fell atmungsaktiver zu machen. Ob eine radikale Schur eine gute Lösung ist, spaltet die Hundefreunde.
 
Tierärztin Kralka rät: „Immer, immer, immer frisches Trinkwasser anbieten. Auch, wenn man nur kurz unterwegs ist.“ Außerdem sollte das Futter auf kleinere Portionen aufgeteilt werden. Es sollte eher leicht verdauliches und wasserhaltiges Futter angeboten werden. Das Trockenfutter soll in dieser Zeit reduziert werden. Was beim „besten Freund des Menschen“ auch gut ankommt, sind erfrischende Snacks. Das sind zum Beispiel Gurke, Tomate, Wassermelone, gefrorenes Joghurt mit oder ohne Obst (sofern der Hund das auch verträgt).
Und da es trotz vieler Medienaufrufen immer wieder geschieht, soll es noch einmal erwähnt werden: Hunde haben in einem parkenden Auto an heißen Tagen nichts verloren.
 
Da helfen kein Schattenplatz und kein offenes Fenster. In der Sonne wird das Auto schnell zum Backofen. Das Auto sollte vor der Abreise unbedingt immer für einige Zeit durchgelüftet werden und schattig geparkt sein. Während der Fahrt sanft die Klimaanlage laufen lassen. „Wird diese zu kalt eingestellt, können sehr schnell Augen- und Halsentzündungen entstehen“, gibt Tierärztin Kralka zu bedenken.
Auch für die Autofahrt frisches Trinkwasser mitnehmen und zwischendurch anbieten.
Tiere in Fahrtpausen nie im geschlossenen Auto sitzen lassen, lieber das Haustier mitnehmen. Die meisten Geschäfte, Rasthäuser oder Tankstellen haben mittlerweile Verständnis dafür. Für die Hunde- und Katzenbox gibt es spezielle Kühlmatten als Unterlage, darüber ein Handtuch und dann das Tier einfach draufsetzen.
Spaziergänge sollten ausschließlich in den frühen Morgen- und späten Abendstunden absolviert werden. Eine Bademöglichkeit wäre eine ideale Abkühlung für den schwimmbegeisterten Vierbeiner. Untertags ist viel Ruhe angesagt. Das dringende Geschäft sollte mit einem kurzen Rausgehen erledigt werden. Vorsicht vor zu heißem Asphalt. Hier kann es bei zu langen „Gassi Gängen“ zu Verbrennungen kommen. An besonders heißen Tagen sollte man bei Möglichkeit Wiesen, Schotter- oder Sandwege wählen.
 
Schwimmen erfrischt den Vierbeiner am Nachhaltigsten, jedoch keinen überhitzten Hund ins kühle Nass jagen. Das kann, wie auch beim Menschen, zu Kreislaufbeschwerden führen. Zuerst das Tier mit Wasser versorgen und im Schatten abkühlen lassen. Für Hunde mit heller, sonnenempfindlicher Haut an Nase und Ohren gibt es übrigens spezielle Sunblocker.
 

Hot Cat

Miezen genießen bei hochsommerlichen Temperaturen am liebsten Nassfutter. Vorsicht: Übriggelassene Futterreste verderben bei Hitze schneller. Lieber immer Frisches servieren und das am besten öfter am Tag und in kleineren Portionen. Das Nassfutter sollte mit einem zusätzlichen Schuss Wasser vermischt werden.
grinzoo-Tipp: Um die verspielten Samtpfoten zum Trinken zu animieren, wäre das Aufstellen eines Trinkbrunnens eine Idee. Snacks wie Eiswürfel oder Obst können probiert werden. Nicht jede Katze mag und verträgt diese Alternativen. Ausprobieren lautet hier die Devise.

Katzen halten bei Hitze selbständig Siesta und werden erst in der Dämmerung wieder aktiv. Hier sollte man ihrem Instinkt vertrauen und sie in Ruhe lassen.

Bei Langhaarkatzen sollte, wie beim Hund, die Unterwolle zeitgerecht ausgebürstet werden. Kurzhaarkatzen kommen meist mit höheren Temperaturen besser zurecht.
Schattige Plätzchen sollten immer vorhanden sein, in heißen Wohnungen profitiert die Fellnase von einem kühlenden Ventilator.
 
Hast du einen Vogel? Oder einen Nager?
…dann gilt es diese Tipps zu beherzigen:
 
Vögel und auch Nagetiere profitieren bei Hitze von vorwiegend Saftigem als Beifutter, wie etwa Salat, Gurken oder auch Erdbeeren. Das Trinkwasser sollte zwischendurch immer wieder erneuert werden.
Nager passen instinktiv ihren Aktivitätslevel den Außentemperaturen an. Der Haustierbesitzer sollte nicht eingreifen.

Das Gehege sollte unbedingt ganztägig (!) gut beschattet sein. Eine sanfte Luftzirkulation sorgt für ein angenehmes Klima, bitte aber im Fall von Nagetieren und Vögel auf Ventilatoren verzichten. Optimal wäre es den Raum gegenzulüften. Speziell Kaninchen sind bei Hitze sehr kreislaufsensibel.
Vögel lieben es zwischendurch ein wenig zu baden. Aber auch gegen ein vorsichtiges Besprühen mit Wasser ist nichts einzuwenden.
 

Aquarium richtig kühlen

Erhöht sich die Raumtemperatur, steigt auch die Wassertemperatur im Aquarium. Auch hier gilt: Das Aquarium an einem schattigen Ort aufstellen und die Temperatur im Auge halten. Eine erste Abhilfe gegen zu warmes Wasser bringt das Öffnen der Abdeckung oder Ausschalten der Beleuchtung. Auch mit Coolpacks lässt sich die Wassertemperatur etwas senken, oder indem man einen Lüfter auf die Aquariumoberfläche blasen lässt. Bei großen Aquarien kann ein eingebautes Kühlgerät oder Ventilator in Betracht gezogen werden.
 

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