So bekommt der Papagei keinen Vogel


10 Juli 2017 | Vögel
Mit „schreiend, beißend und sich selbst rupfend“ wird das Haustier Papagei von frustrierten Vogelbesitzern beschrieben. Dabei wird oft vergessen, dass der Vogel diese Verhaltensauffälligkeiten aus guten Gründen entwickelt. Papageienartige, zu welchen übrigens auch Sittiche zählen gehören zu den intelligentesten Tieren und sind sehr gesellig. Damit der Piepmatz nicht zum Problemkind wird, hat grinzoo Tipps für die tägliche Beschäftigungstherapie.
 
Food-Entertainment
Gegen Langeweile hilft bekanntlich Essen. Das gesamte Futter sollte dem gefiederten Mitbewohner aber tunlichst nicht im Futternapf geliefert werden. Die Nahrungssuche animiert den Vogel Tag für Tag den gesamten Raum zu erkunden. grinzoo-Tipps: Neues oder ungeliebtes Futter an beliebten Sitzplätzen anbieten, Lieblingsleckereien in weniger bevorzugten Bereichen, Futter verstecken, Zeitpunkt der Fütterung variieren – der eigenen Kreativität an Food-Entertainment sind keine Grenzen gesetzt.
 
Zerstörungsterror muss nicht sein
Das zweite perfekte „Hobby“ für Papageien ist das Zerschreddern und Zerstören von Materialien. Es fördert nicht nur die Entwicklung der Kaumuskulatur, sondern ist zudem für die Grob- und Feinmotorik wichtig. Wer nicht will, dass die Wohnzimmerwand oder sonstige Einrichtungsgegenstände dabei drauf gehen, muss dem Schnabelträger zerkaubare (nicht-toxische) Hölzer und Äste als Alternative anbieten. grinzoo-Tipps: Auch unbehandelte Weidenkörbe oder alte Telefonbücher eignen sich hervorragend dafür. Sitzäste unterschiedlicher Stärke an verschiedenen Orten mindern nicht nur die arttypische Zerstörungswut, sie trainieren auch die Beinmuskulatur. Da Papageien evolutionsbedingt Flügel besitzen, sollten sie auch längere Flugstrecken zurücklegen können.
 
Neugier befriedigen & Wellnessen
Eine andere beliebte „Ablenkung“ist eine „Haus-Tour“. Hat der Jungvogel erstes Vertrauen zum Besitzer gefasst und fühlt sich sicher, kann der Zweiflügler dabei verschiedenste Objekte, Geräusche, Menschen und andere Tiere kennen lernen. grinzoo-Tipp: Eine einfache und effektive Beschäftigungsmöglichkeit ist es auch, dem Vogel die Sicht aus einem Fenster zu ermöglichen. Papageien sind leidenschaftliche Bader. Das bringt nicht nur Spaß, es ist auch für Federn und Haut gesund – insbesondere während der Mauser. Manche Vögel genießen ein Küchen-Bad im Abwaschbecken, andere wagen sich sogar mit ihren zweibeinigen Hausbewohnern unter die Dusche. Die umfangreiche Gefiederpflege beschäftigt den Vogel außerdem auch noch länger nach der Bade-Session.
 
Entertainment
Fernsehen, insbesondere Sendungen der wilden Verwandten in deren natürlichen Umgebung (ohne Horrorszenen mit Feinden) oder freundliche Kinderserien stellen laut Meinungen von Vogelexperten ebenso ein sinnvolles Unterhaltungsprogramm dar. grinzoo-Tipp: Keine Computervideos streamen, da die Frequenz von 50 bis 95 Hz nichts fürs Papageienauge ist. Auch Musik lässt viele Vögel aufblühen. Angeblich bevorzugen Wellensittiche, Kakadus und Unzertrennliche höhere Töne und schnellere Musik. Afrikanische Arten sollen auf Schlagzeug abfahren und Amazonen werden als Opernliebhaber bezeichnet.
 
Glückliche Papageien sind laut, unordentlich und zerstörerisch. Wer diese Eigenschaften nicht akzeptieren kann oder will, sollte besser nicht mit Papageien unter einem Dach wohnen. Wer aber auf Action steht, der wird mit diesem großartigen Federvieh gewiss viel Freude haben.
 

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Fotos: pixabay

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