Pferde-Power aus Island


25 Juni 2018 | Pferd

grinzoo-Userin Amelie berichtet über die tollen Islandpferde!

Isländer sind ganz besondere Pferde. grinzoo-Userin Amelie aus der schönen Steiermark (Österreich) erzählt im spannenden Interview über das Leben mit ihrem Isländer Porõur vom Josefihof und was die kleinen Gangpferde zu etwas ganz Besonderem macht.

grinzoo: Liebe Amelie, wie bist du auf die Rasse Isländer gekommen? Und was macht Isländer zu so tollen Pferden?

Amelie: Zur Rasse Isländer bin ich durch Zufall gekommen. Ich reite seit ich denken kann. Bereits mit 2 Jahren bin ich auf den Haflingern von meinem Opa geritten, richtig ernst wurde es aber mit 6 Jahren als ich am Josefihof zu Reiten begonnen habe. Einige Jahre hatte ich ein Pflegepferd. Þorður bin ich dann eigentlich sehr spontan geritten. Er war noch ein Jungpferd als ich meine ersten Reitstunden mit ihm hatte. Schon kurze Zeit später durfte ich die Erste sein, die ihn auf einem Turnier ritt. Das war 2014 im Mai - einen Monat später hat meine Mum ihn gekauft. Seit 4 Jahren ist Þorður nun also unser Pferd.

grinzoo: Schön, dass dir deine Mutter den Traum vom eigenen Pferd erfüllt hat. Was unterscheidet Isländer von anderen Pferden? Was ist typisch Isländer?

Amelie: Von der Größe her ist ein Islandpferd ein Kleinpferd, also zwischen 135 bis 145 cm Stockmaß. Hier fällt Þorður mit 146 cm unter die Größeren. Isländer sind überhaupt nicht schreckhaft. Sie sind robust was das Wetter betrifft und auch das Gewicht, das sie tragen können ist viel höher, als man denkt. Außerdem sind Islandpferde enorm freundliche Pferde mit so gut wie keinen Unarten. Was man jedoch nicht unterschätzen sollte, ist das Temperament – sie sind zwar klein aber Oho! 

Es gibt zwar spezielle Tölt-oder Passsättel, aber auch ein gut sitzender „normaler“ Sattel kann für einen Isländer verwendet werden. 

Isländer werden meistens in einem Offenstall gehalten. Gerade weil sie eben sehr robust gegenüber der Witterung sind, ist Boxenhaltung bei Isländern seltener. Ein großer Unterschied in der Ausrüstung sind die sogenannten Hufglocken oder Ballenboots. Das sind Gewichte aus Gummi, die dem Pferd auf die Hufe gegeben werden, damit sich das Pferd in der gewünschten Gangart leichter tut. Die Gewichte helfen auch, dass das Pferd seine Füße etwas höher hebt oder die Bewegung raumgreifender wird. Das Gewicht kann unterschiedlich schwer sein. Von 10 Gramm, bis maximal 250 Gramm pro Huf, sind am Turnier erlaubt. 

grinzoo: Was ist das besondere an den Gangarten Tölt und Pass? Wie viel „Können“ muss der Reiter haben, um diese Gänge zu schaffen?

Amelie: Der Tölt ist eine Gangart ohne Sprungphase und daher sehr bequem. Man kann zum Beispiel mit einem Wasserkrug im Tölt auch schnelles Tempo reiten, ohne etwas zu verschütten. Beim Rennpass sieht das anders aus - vom Bequemen her eher das Gegenteil, aber dafür umso schneller! Rennpass ist die schnellste Gangart und somit noch schneller als der Galopp. Der Weltrekord liegt bei 6,95 Sekunden für 100 Meter. Aber nicht alle Isländer beherrschen diese 5. Gangart. Mein Þorður zum Beispiel ist Viergänger. 

Als Reiter erfordert es auf alle Fälle Können mit den 2 Bonusgangarten zurecht zu kommen - gerade, wenn es später darum geht den Gang fehlerfrei und schön zu reiten. Dabei ist viel Geschick gefragt und auch das nötige Wissen und Training.

Manche sind vielleicht anderer Meinung aber subjektiv gesagt: Ja. Man kann sich das vorstellen wie ein Automatikauto im Vergleich zu einem manuellen Auto. Die Hilfen bei einen 3-Gänger sind im viel einfacher als die für ein Pferd mit mehr Gängen.

Isländer sind für so gut wie alles geeignet. Zwar wird man mit einem Isländer in der hohen Dressur nicht extrem weit kommen, und auch eine Springkarriere ist womöglich nicht das richtige, aber in kleinerer Version ist alles möglich. Springen, Fahren, Freizeitreiten, Wanderreiten. Eine Turnierkarriere kann man trotzdem starten, denn dafür gibt es spezielle Isländer Turniere.

grinzoo: Isländer-Turniere - sehr interessant. Wie laufen diese Gang-Turniere ab?

Amelie: Gangturniere sind etwas anders als die sonst bekannten Turniere - denn der Fokus liegt auf Tölt und Pass. Die wichtigsten Prüfungen sind:

Viergang: In angegebener Reihenfolge werden Schritt, Trab, Tölt und Galopp gezeigt.

Fünfgang: Gleich wie Viergang, nur wird am Schluss noch Pass gezeigt. 

Töltprüfung: Tölt wird in verschiedenen Tempi auf beiden Händen (Seiten) gezeigt. Hier gibt es ganz viele Variationen.

Speedpass: Auf einer Passbahn auf einer Länge von 100 Metern wird Pass gezeigt. Hier geht es darum so schnell wie möglich zu sein ohne, dass das Pferd in den Galopp springt.

Bei den Wettbewerben wird auf die Qualität des Gangs geschaut, ob das Pferd Taktfehler macht und wie der Reiter sitzt und seine Hilfen gibt. Die Richter vergeben dann die Noten, beginnend bei 0 bis zur Höchstwertung 10.

Islandpferde Turniere gibt es viel mehr als man meint. Vor allem kleinere Cup Turniere sind so gut wie überall vertreten. Außerdem gibt es jeweils eine Landesmeisterschaft, Jugendmeisterschaft und die Österreichische Gesamtmeisterschaft. Die Islandpferde-WM findet alle 2 Jahre statt – das nächste Mal 2019 in Berlin.

grinzoo: Welche Tipps kannst du Menschen geben, die sich für Isländer interessieren?

Amelie: Das allerwichtigste ist, sich intensiv mit der Rasse auseinanderzusetzen. Viele kaufen sich ein Islandpferd ohne sich vorher ausreichend zu informieren und das geht nie gut. Auch ein Reitlehrer ist gerade bei einer Rasse wie dem Islandpferd unverzichtbar! Genug Zeit ist besonders wichtig, denn Isländer wollen bewegt werden und das möglichst abwechslungsreich.

Und was ich auch nur empfehlen kann: Einmal einen Tag am Islandpferdestall verbringen, sich Reitstunden anschauen, selbst mitreiten oder ein Gangturnier besuchen. 

grinzoo: Liebe Amelie, vielen Dank für die vielen Informationen zum Islandpferd. Wer mehr aus dem Leben von Amelie und Isländer Porõur vom Josefihof erfahren möchte, kann ihr in der grinzoo – my social pet app folgen!

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Fotos: Amelie L.

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