Der Tag an dem Sie gehen...


03 April 2018 | Hund

Über den Umgang mit dem Tod des tierischen Familienmitgliedes, handelt unser heutiger Blogbeitrag. Grinzoo-Userin Gerda von Ziegenzeit erzählt von dem Tag X, an dem ihr Hund George über die Regenbogenbrücke ging und ihre Gedanken, die sie sich vor dessen Tod machte:

Wir alle fürchten ihn, diesen Tag, von dem wir wissen, dass er kommen wird.

Am 29.12.2017 war er plötzlich auch für mich gekommen, dieser Tag, an dem die Welt stehen bleibt, an dem wir ganz tief drinnen noch auf ein Wunder hoffen, aber genau wissen, dass dieses Wunder nicht passieren wird.

Soll und kann man sich auf diesen Tag vorbereiten? Ist verdrängen der bessere Weg? Viele Fragen, auf die es kein Richtig oder Falsch gibt.

Ich will hier nicht über meine unendliche Traurigkeit schreiben, sondern darüber, wie George und ich diesen letzten Weg gemeinsam gegangen sind. Ich habe ihn bis zur Regenbogenbrücke begleitet und weiß, dass er gut und dankbar drüben angekommen ist

Rückblende: Im August 2004 zieht Goerge als Welpe bei uns ein. Unsere Kinder waren damals 5 und 8 Jahre alt. Einen Monat später sind wir in unser neues Haus gezogen und diese Zeit war unendlich anstrengend, aber auch unendlich schön. Ein Haus voll Leben, voller Abenteuer, voll mit Wachsen und Gedeihen.

George hatte damals eine enorm wichtige Aufgabe in der Familie: Er sorgte für Harmonie in der Familie, war Seelentröster für die Kinder, er hat es immer wieder geschafft, die Kinder für gemeinsame Ausflüge zu begeistern, er brachte Fröhlichkeit und Leichtigkeit in unser aller Leben. Damals war nicht einmal der Gedanke da, wie wird das sein, wenn er uns eines Tages verlässt.

Die Jahre vergingen, George wurde älter und ruhiger. Die Kinder waren inzwischen Teenager und fingen an, die Welt außerhalb der Familie zu entdecken. George gab mir immer mehr das Gefühl, dass er nicht nur jedes Wort verstand, sondern auch Gedanken lesen konnte. Welcher Tierbesitzer kennt sie nicht, diese innige Verbundenheit, die sich im Lauf der Zeit zwischen Tier und Mensch entwickelt.

Als George 10 Jahre alt war, musste eine Freundin ihre Seelenhündin gehen lassen, die gleich alt war, wie George. Und plötzlich fing ich an, mich mit diesem Thema auseinander zu setzten. Ich habe den Schmerz meiner Freundin gespürt, wusste aber, dass es nur ein Bruchteil dessen war, was sie in diesen Tagen empfand und durchmachte. Auf der einen Seite machte es mir Angst, auf der anderen Seite konnte ich aber sehen, dass es auch „in Ordnung“ sein kann, ein Tier gehen zu lassen.

Ich habe mich damals mit der Frage auseinandergesetzt, ob man sich auf den Tag X vorbereiten kann. Ja und nein. Ich habe mich vorbereitet, indem ich mich gefragt habe, was soll mit George geschehen. Will ich ihn im Garten begraben? Darf man das überhaupt? Will ich ihn verbrennen lassen? Wenn ja wo? Wohin mit der Asche?

George war zu diesem Zeitpunkt quicklebendig und kerngesund und trotzdem wusste ich schon damals, dass er für immer in einer Urne bei uns bleiben wird. Wie froh war ich im Nachhinein, diese Entscheidungen nicht erst am Tag X beim Tierarzt treffen zu müssen.

Ich habe mich mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich George den Tag X wünschen würde. Wünscht er sich, dass ich mich hysterisch auf ihn werfe und heulend schreie: „Geh nicht!”?

Nein, so hat er sich das sicherlich nicht vorgestellt.

Ich habe ihn oft „gefragt“, wie er es haben möchte, wie ich ihm helfen kann, dass für ihn der Gang über die Brücke leicht und schön sein könnte.

Er hat sich gewünscht, dass ich ihm die Sicherheit gebe, die er mir über fast 14 Jahre gegeben hat, dass ich ihm sage, dass es „in Ordnung“ ist, wenn er jetzt geht, dass ich bei ihm bleibe, dass er mich spürt, dass ich da bin, dass ich seine Pfote halte, dass ich ihn streichle, dass ich dafür sorge, dass er in Würde gehen kann.

George war ganz ruhig und ist friedlich und dankbar eingeschlafen. Für ihn war es „in Ordnung“.

Aus heutiger Sicht bin ich überzeugt, dass ich nur deswegen in der Lage war, George nach seinen Wünschen begleiten zu können, weil ich den Gedanken an den Tag X nicht verdrängt habe.

Ich habe meine Tränen der nächsten Tage und Wochen nicht gezählt, aber jede einzelne war es wert, geweint zu werden. Nicht aus Verzweiflung, sondern aus Dankbarkeit, diesen Wegbegleiter, Freund und Seelenhund gehabt zu haben.

Wir danken Gerda von Ziegenzeit für ihre bewegenden Worte und möchten in diesem Moment noch einmal ganz besonders an alle geliebten, verstorbenen Vierbeiner denken.

Wie hast du die schwere Zeit nach dem Tod deines Haustieres überstanden? Wir freuen uns über deine Kommentare auf grinzoo – my social pet app. Jetzt im Google Play  oder App Store downloaden!

Fotos: Gerda O.

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