Depressive Pferde


04 September 2017 | Pferd

Pferde können uns ihre Gefühle nicht mit Sprache mitteilen. Trotzdem werden ihnen unterschiedlichste Gefühlslagen nachgesagt. Manchen Pferden wird unterstellt, dass sie traurig aussehen. Ob diese Pferde an Depressionen leiden kann also nicht hundertprozentig festgestellt werden. Es zeigt sich aber, dass 24% der Pferde eine teilnahmslose Körperhaltung ohne jegliches Ohrenspiel und einen starren Blick zeigen. Dies ändert sich auch nicht bei Ansprache durch Menschen oder Artgenossen. Dieses Verhalten erinnert an depressiv erkrankte Menschen, welche jegliche Lebenslust verloren haben. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass Pferde in eine Art „Depression“ fallen können.

Erlernte Hilflosigkeit aufgrund Ausweglosigkeit
Den Grund für diesen Zustand vermuten Pferdeexperten in einer erlernten Hilflosigkeit. Dabei wird bei länger andauerndem, unausweichlichem Stress sozusagen aufgegeben und mit Passivität geantwortet. Dieser Zustand kann auch in abnormale Verhaltensweisen, Gewichtsverlust und Geschwüren resultieren. Die Ursachen sind vielschichtig im Alltag des modernen Pferdes zu finden: Boxenhaltung, Einzelhaltung, wenig bis kein Weidegang (und wenig Zeitaufwand für die Futtersuche), widersprüchliche Hilfen von aggressiven und/oder unerfahrenen Reitern.
 
Pferd antriebslos – was tun?
Zuallererst sollte bei einer festgestellten Verhaltensänderung ein Tierarzt mögliche körperliche Probleme bzw. Ursachen abklären. Laut Pferdeverhaltenstherapeuten ist die Ursache von vermuteten Verhaltensproblemen meist eine körperliche.
Pferde kommunizieren Schmerzen sehr subtil und Krankheiten können deshalb leicht übersehen werden. Viele Pferde vertuschen außerdem während der tierärztlichen Untersuchung ihre Probleme.
 
grinzoo-Tipp: In unklaren Fällen kann eine 24-Stunden-Überwachung des Pferdes per Videokamera helfen. So kann das Verhalten des Pferdes genau überwacht werden und die Aufnahmen mögliche Hinweise liefern.
 
Ursachenforschung für Verhaltensprobleme
Da 60% bis 85% der Sportpferde aufgrund der modernen Haltungsform an Geschwüren leiden, könnte das ein guter Startpunkt sein. Absolute Gewissheit liefert nur eine Magen-Endoskopie, manche Pferdetierärzte empfehlen aber auch die Gabe des Wirkstoffes Omeprazol für eine kurze Zeitdauer bei Verdacht auf Geschwüre. Verbessern sich die Probleme, kann dies der Grund für die Antriebslosigkeit sein.
 
Therapieplan für das Pferd bei Depression
Interessanterweise ist die Behandlung von Geschwüren und Depression für einen langfristigen Erfolg gleich. 
 
grinzoo-Tipps für ein schönes Pferdeleben:
  • Mehr Auslauf, im Idealfall mit Weidegang,
  • Steigerung der Fressdauer, Fütterung von mehr Heu ist besser als energiereiche Futtermittel und
  • direkter Kontakt zu Artgenossen: Ein gemeinsamer Auslauf mit anderen Pferden ist ideal, der     Kontakt über den Zaun aber besser als nichts. 
Fazit – gesunde Pferde durch gesunde Haltung 
Die Lösung für die langfristige Gesunderhaltung unserer Pferde wäre also eine ganz einfache und bei Betrachten ihrer wilden Verwandten auch logisch: MEHR Freigang auf Weiden mit Artgenossen sowie Heufütterung und WENIGER Boxenhaft und Fütterung teurer haferhaltiger und haferfreier Futtermittel. 
 
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