Das Pferd geht nicht auf den Hänger!


12 März 2018 | Pferd

Worauf du achten musst, damit schwierige Pferde verladen klappt!

Auf Youtube gibt es viele Anleitungen, wie das Verladen scheinbar kinderleicht gelingt. Manche Pferde gehen ohne Strick und Halfter in den Hänger, andere rückwärts oder in vollen Galopp. Im echten Leben ist das Verladen für Pferd und Besitzer aber oft sehr nervenaufreibend. Dabei kann der Transport vom Pferd aus den unterschiedlichsten Gründen nötig sein: Für die Teilnahme bei Turnieren, den Urlaub und den Umzug in einen anderen Stall müssen viele Pferde regelmäßig in den Hänger steigen. Insbesondere, wenn die Fahrt in die Tierklinik ansteht und der Gaul nicht will, verzweifeln Pferdebesitzer. Außerdem sind Verladeprobleme ein großes Risiko für Verletzungen bei Pferd und Mensch. Worauf musst du achten, damit das Pferde verladen kinderleicht klappt?

Problemanalyse des Verladeproblems

Viele Pferdebesitzer verwenden unangemessene Trainingsmethoden, um das Pferd in den Hänger zu zwingen. Das ist allerdings der falsche Weg. Die Verladeprobleme können auch andere Bereiche der Beziehung zwischen Mensch und Pferd negativ beeinflussen. Der nachhaltige und bessere Weg Verladeprobleme zu lösen, ist der, die Ursache des Problems zu finden und mit kleinschrittigen Übungen zu lösen.

Es gibt keine Anleitung für das Verladen des Pferdes, welche bei jedem Pferd funktioniert. Verladeprobleme können sich auf den unterschiedlichsten Bereichen des Verladens und Transportes zeigen. Demgemäß muss jedes Problem individuell therapiert und gelöst werden.

4 große Hürden beim Pferde transportieren

Das Verweigern in den Hänger zu steigen ist die erste Hürde, ruhig stehen bleiben die zweite und starke Aufregung während der Fahrt eine weitere. Probleme mit dem Aussteigen ist schließlich noch ein gefährlicher Punkt, weil die Hänger-Verweigerer oft sehr schnell aussteigen wollen, wenn sie einmal hineingebracht wurden. Bei jedem Punkt kann die Ursache für die Angst vorm Verladen des Pferdes liegen. Schauen wir uns also die einzelnen Punkte noch einmal genauer an:

1. Probleme vor dem Verladen des Pferdes

Der erste Schritt das Pferd zu verladen ist der Gang zum Hänger. Das Trennen von der Herde kann beim Pferd Angst auslösen. Auch z.B. das Anlegen der Transportgamaschen und der Anblick des Hängers können schlechte Erinnerungen an vorangegangene Transporte hervorrufen.

Wiehern, das Schlagen mit den Vorderbeinen, nervöse schnelle Bewegungen und Schütteln können alles Anzeichen für erhöhten Stress sein. Wer sein Pferd stressfrei verladen möchte, sollte also bei Schwierigkeiten als erstes beim „Vor dem Verladen“ zu üben ansetzen, bevor das eigentliche Verladeproblem angegangen werden kann.

2. Probleme beim Verladen des Pferdes

Das Einladen in den Hänger ist Pferdepsychologen nach der stressigste Part für die meisten Pferde und birgt am meisten Verletzungsgefahr für Pferd und Mensch. Dabei kann die Art des Hängers ein entscheidender Punkt sein, wie viel Angst das Pferd hat. Also ob dieser z.B. einen Frontaleinstieg besitzt oder eine Rampe.

Die Angst vor neuen Gegenständen und Platzangst spielen für viele Pferde eine große Rolle in dem Unwillen verladen zu werden. Dunkelheit im Hänger, eine wackelnde Rampe und der typisch „hohle“ Klang, wenn das Pferd auf die Rampe tritt, kann es zusätzlich verunsichern. Häufige Vermeidungsstrategien der Pferde nicht auf den Hänger gehen zu müssen, sind Steigen, Seitwärts- und Rückwärtsgehen, nicht mehr vorwärts gehen, aber auch stressbedingtes Ausschlagen, Kopfschlagen usw. können den Unwillen des Pferdes ausdrücken. Damit ist eine schnellere Atmung und eine gesteigerte Herzrate des Pferdes verbunden, das die Dringlichkeit einer Therapie dem Pferdebesitzer bewusst machen sollte.

3. Transportprobleme während der Fahrt

Auch die Fahrt kann ein Stressfaktor sein, der Pferde ungern einsteigen lässt.

Kopfschlagen, Wiehern, das Austreten gegen die Wand des Pferdeanhängers und Beißen sowie Treten gegen den Reisebegleiter können vorkommen, genauso wie die Verweigerung von Fressen und Trinken während der Fahrt.

Die ungewohnten Einflüsse während der Fahrt, wie verändernde Lichtverhältnisse, Temperatur, Geräusche, Vibration unter den Füßen, das Fahren von Kurven, Bergab/bergauf, Beschleunigen und Bremsen sind nur einige Stressfaktoren.

Das Verlieren der Körperbalance und Stürzen birgt nicht nur eine Verletzungsgefahr, sondern auch eine Angst des Pferdes vor einer Wiederholung der Notlage.

Eine Studie zeigte, dass gestresste Pferde während der Fahrt den Kopf in einer höheren Position hielten und danach sogar häufiger eine Entzündung des Atemtraktes nach dem Transport nachgewiesen werden konnte. Transportprobleme könnten darüber hinaus laut Veterinärmedizinern auch wegen des vielen Stresses auch eine Kolik oder Herzinfarkt auslösen.

4. Probleme beim Entladen des Pferdes

Das schnelle Verlassen des Hängers birgt eine weitere Gefahr.

Das Rückwärtsgehen in eine unbekannte Umgebung kann das Pferd zusätzlich stressen. Muss das Pferd also rückwärts vom Hänger gehen, sollte auf eine ruhige Umgebung geachtet werden und darauf, dass die Rampe stabil steht und nicht rutschig ist.

Anleitung für ein verladefrommes Pferd

Die Phasen, die zum Verladen geübt werden müssen sind also die Situationen vorm Verladen, beim Verladen, während der Fahrt und wieder Entladen. Dabei sollte die Körpersprache des Fluchttieres Pferd genau beobachtet und auf die individuell unterschiedlichen Themen eingegangen werden.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass nicht mit Druck und Strafe auf ein Verladeproblem reagiert werden sollte. Wichtig ist, dass vor dem Verladen alle Bewegungen sitzen, die für den Verladeprozess nötig sind: Vorwärts, rückwärts und seitwärts gehen. Anbinden, Durchgehen durch enge Hindernisse und Stehen auf ungewohnten Untergründen. Falls das Pferd bereits Angst vor dem Pferdeanhänger hat, sollte es diesen als etwas Positives kennenlernen.

Das heißt das Pferd wird zum Anhänger gebracht und Stück für Stück mehr an das furchteinflößende Objekt herangeführt bis es schließlich einsteigt und ruhig drinnen stehen bleibt. Liebe geht durch den Magen – das Füttern von Heu oder Kraftfutter in der Umgebung bzw. wenn es klappt im Pferdeanhänger kann das Pferd veranlassen, dass es ihn bald sehr gerne hat. Die wenigsten Pferde sind übrigens ohne Übung Verladefromm.

Hat dein Pferd auch ein Verladeproblem? Lade doch ein Video bei grinzoo – my social pet app hoch und lass dir von anderen Pferdefreunden der grinzoo-Community helfen! Gemeinsam schaffen wir das Problem zu lösen! Jetzt kostenlos downloaden im Google Play oder im App Store 

Literatur:

York A, Matusiewicz J, Padalino B (2017): How to minimise the incidence of transport-related problem bheaviours in horses: A review, Journal of Equine Science 28 (3): 67-75

Blog Anmeldung

Hier eintragen und die neueste Tierstory lesen.

Bitte fülle alle Pflichtfelder aus!

Dein Kommentar

Bitte alle Pflichtfelder ausfüllen!

Bitte bestätige Deine Identität!

Damit Sie unsere Webseite optimal erleben können, verwendet diese Webseite Cookies. Durch klicken auf "OK" stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Verwendung von Cookies
OK